ANTIGEWALTINDIVIDUALTRAINING (AGIT)

 
 

Das Antigewaltindividualraining (auch Anti-Agressivitäts-Training (AAT),  Antiagressionstraining oder Antigewalttraining genannt) ist ein Einzeltraining, das aus theoretischen, praktischen und körperlichen Übungen (Rollenspiele, Paarübungen) besteht und zur Vorbeugung aggressiver Verhaltensweisen im Alltag bzw. zu deren Abbau dient.


Der Teilnehmer soll lernen, auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten oder soll Gewalt aus dem Weg gehen. Gewaltanwendung wird in diesem Training als Schwäche dargestellt, denn wer schlägt, ist nicht „stark“ genug, bessere Konfliktlösungsmöglichkeiten zu nutzen.


Die Bereitschaft, sich mit individuellen Erfahrungen als Täter aktiv in Rollenspielen einzubringen, eigene Persönlichkeitsanteile zu reflektieren sowie eine hohe Motivation zur Veränderung problematischer Verhaltens-muster, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an diesem Training.


Der Teilnehmer hat die Möglichkeit, den Trainer und die Ziele/Methoden des Training bei einem Vorgespräch kennenzulernen. Das Vorgespräch ist kostenlos.

 


ZIELGRUPPE

V.a. Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene, die (mehrfach) eine Gewalttat begangen haben und gewillt sind, ein Leben ohne Gewalt zu führen.


ZIELE

● Aggressionskontrolle und Agressionshemmung
● Alternativen zur Gewalttätigkeit finden und

   entwickeln / zu einem friedlichen Umgang mit

   Mitmenschen finden
● Selbstbeherrschung und Selbstvertrauen

   entwickeln

● Veränderung Selbst- und Fremdbild
● "stark" zu sein ohne Gewalt

● Verantwortung für sich und das Handeln 

   übernehmen

● Entwicklung Empathie
● ein Leben ohne Gewalt leben.


INHALT / METHODIK

Aufbrechen Rechtfertigung und Neutralisierung
Suche nach Gewaltauslösern und Analyse der 

   Gewaltsituationen

konfrontatives Auseinandersetzen mit den

   (bisherigen) Werten und Normen

● Beleuchten der Vor- und Nachteile von

   Gewalttaten
Analyse des Konfliktverhaltens innerhalb der

   Familie und Schule (ggf. Gespräche mit den Eltern

   und Schule)
wertschätzender, akzeptierender Umgang mit

   Klienten

Nutzen der persönlichen Ressourcen des Klienten

Einsatz konfrontativer Rollenspielelemente

verpflichtende Rahmenbedingungen des Trainings

   (regelmäßige und zeitnahe Termine, aktive

   Teilnahme, hohe Motivation)

Stresstest in einer nicht angekündigten Situation

Erstellen einer individuell zugeschnittenen Worst-

   Case-Strategie ("was ist zu tun, wenn ...").


DAUER

Mindestens 11 mal 1,5 Std. (Einzeltraining).

KOSTEN

Bei Jugendlichen, Heranwachsenden und jungen Erwachsenen bis zum 27. Lebensjahr können die Kosten von den jeweiligen Jugendämtern übernommen werden. Bei über 27-jährigen können die Krankenkassen für die Kosten aufkommen.


ZUGANG

● Eigeninitatitive

● Bewährungshilfe / Jugendgerichtshilfe

● Gericht

● Amt für Jugend und Familie.