SELBSTBEHAUPTUNGSTRAINING (SBT)

 
 

Fast jeder Mensch erlebt zumindest einmal in seinem Leben körperliche Gewalt. Männer erleiden in erster Linie Körperverletzungen. Frauen sind deutlich häufiger Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbe-stimmung.


Mit dem "richtigen" Verhalten können (bei fremden, weitläufig bekannten oder gerade kennengelernten Tätern) jedoch ca. 80 - 90 Prozent der Gefahren- und Konfliktsituationen durchlaufen werden, ohne dabei Opfer von Gewalt zu werden.


In diesem Selbstbehauptungstraining (auch Opferschutz- oder Selbstschutztraining genannt), das aus v. a. aus handlungsaktiven Übungen (Rollenspiele, Paarübungen) besteht, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, dieses sinnvolle Verhalten in Rollenspielen praktisch zu erproben und einzuüben. Zukünftige Gefahren- und Konfliktsituation sollen so durch die neu erlernten Handlungsmöglichkeiten vermieden oder deeskalierten werden.


Da sich aber nicht jeder Konflikt vermeiden oder deeskalieren lässt, werden sowohl die Themen Zivilcourage und deren Voraussetzungen, als auch einfache Selbstverteidigungstechniken (v. a. Löse- und Ent-flechtungstechniken) und sinnvolle Hilfsmittel in der Notwehr beleuchtet.


Bei einzelnen Teilnehmern, die bereits eigene Opfererfahrungen machen mussten, wird der bestmögliche individuelle Umgang mit dem Erlebten („ich bin nicht schuld!“) erarbeitet.


Bei einem Einzeltraining hat der Teilnehmer die Möglichkeit, den Trainer und die Ziele/Methoden des Training bei einem Vorgespräch kennen-zulernen. Das Vorgespräch ist kostenlos.


Auf Wunsch kann das Training von einer weiblichen Trainerin durch-geführt werden.


Die Bereitschaft, sich aktiv in Rollenspielen einzubringen, ist Voraus-setzung für eine erfolgreiche Teilnahme an diesem Training.




 

ZIELGRUPPE

Jugendliche (ab 14 Jahren) und Frauen.

Auf Wunsch kann das Training von einer/einem einzelnen Jugendlichen/Frau gebucht werden (z. B. bei eigenen Opfererfahrungen).


ZIELE

Erweiterung Handlungskompetenzen in Gefahren-

   und Konfliktsituationen

Förderung eigenverantwortlichen Handelns

  („richtige“ Risikoeinschätzung, Grenzen setzen)

Förderung des Verständnisses
   für Körpersprache und Körperbeherrschung

Stärkung Selbstbewusstsein und Selbstwert („ich

   bin stark!“ und „ich bin nicht schuld!“).


INHALTE

Wie kann ich Gefahrensituationen früh erkennen  

   und vermeiden?

Wie „ticken“ Täter und wie kann ich dieses Wissen

   für mich nutzen?

Wie kann ich Körpersprache, Mimik- und Gestik

   gezielt einsetzen, um gar nicht erst als Opfer 

   ausgewählt zu werden?

● Welcher Deeskalationstyp bin ich und wie kann

   ich Konfliktsituationen deeskalieren?

● Wie kann ich anderen Menschen helfen, ohne

   selbst Opfer zu werden?

● Wie kann ich dafür sorgen, dass mir andere

   Menschen helfen?

Wie kann ich mich schnell und effektiv zur Wehr

   setzen?

Was ist Notwehr und welche sinnvollen Hilfsmittel

   gibt es?

● Wie gehe ich mit eigenen Opfererfahrungen um?


ZEITBEDARF

Gruppe: Mindestens 6 Vollzeitstunden

Einzeltraining: Mindestens 12 Vollzeitstunden.


TRAINER

Auf Wunsch kann das Training von einer weiblichen Trainerin durchgeführt werden.


KOSTEN

Auf Nachfrage. Bei eigenen Opfererfahrungen können die Kosten z.B. vom Weißen Ring (Opferschutzverband) übernommen werden.